Dong, X., Schinko, T.
ORCID: https://orcid.org/0000-0003-1156-7574, & Winiwarter, V.
(2027).
Die Rolle der Biodiversität im Übergang zu einer klimagerechten Gesellschaft.
In:
Die Werte der Natur: Recht, Gerechtigkeit und der Preis der Zerstörung.
Eds. Gergely, S., Essl, F., Vadrot, A., Wagner, E.M., & Wittmer, H.,
pp. 252-263 Berlin, Heidelberg: Springer Berlin Heidelberg.
ISBN 978-3-662-74109-2 10.1007/978-3-662-74109-2_18.
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Abstract
Biodiversität bildet die Basis funktionierender Ökosysteme und damit unserer Lebensgrundlage und ist durch den fortschreitenden anthropogenen Klimawandel stark gefährdet. Die Klima- und Biodiversitätskrise sind somit eng miteinander verknüpfte Herausforderungen, die sich gegenseitig verstärken und als “super wicked problem“ bezeichnet werden können. Solche Probleme zeichnen sich dadurch aus, dass sie rasch behandelt werden müssen, gleichzeitig aber einer langfristigen Planungsstrategie bedürfen. Dies steht häufig im Widerspruch zu den meist kurzfristigen Interessen politischer Akteur:innen. Außerdem überschneiden sich oftmals die Rollen von Verursacher:innen und Problemlöser:innen und es gibt keine zentrale Instanz, die Maßnahmen verbindlich durchsetzen kann. Unter solchen Bedingungen kann es keine eindeutigen oder rein technologischen Lösungen geben. Jede Veränderung greift in bestehende Verteilungen von Macht, Wohlstand und Sicherheit ein und wird daher zwangsläufig zum Gegenstand von Konflikten. Der Erhalt der Biodiversität ist nicht nur als Umweltproblem zu verstehen, sondern als Grundvoraussetzung für einen gerechten Übergang zu einer kohlenstoffarmen und klimaresilienten Gesellschaft. In diesem Beitrag argumentieren wir, dass eine klima- und sozial gerechte Zukunft nur durch die Verknüpfung eines gerechten Übergangs (Just Transition) mit Prinzipien der Umwelt- und Klimagerechtigkeit erreichbar ist. Übergangsgerechtigkeit verstehen wir als Rahmenkonzept, das nicht allein auf gerechte Ergebnisse abzielt, sondern auch die zugrunde liegenden Aushandlungsprozesse, Machtverhältnisse und verschiedenen ethischen Dimensionen berücksichtigt. Der Fokus liegt auf dem Prozess, um Spannungen zwischen verschiedenen Gerechtigkeitsformen bzw. Konflikte zwischen konkurrierenden Gerechtigkeitsansprüchen strukturiert auszuhandeln. Ein besonderer Aspekt, den wir hervorheben wollen, ist die emotionale Belastung von Menschen im Zusammenhang mit den beiden interagierenden Krisen und deren ungleichen Verteilung innerhalb der Gesellschaft.
| Item Type: | Book Section |
|---|---|
| Research Programs: | Population and Just Societies (POPJUS) Population and Just Societies (POPJUS) > Equity and Justice (EQU) |
| Depositing User: | Luke Kirwan |
| Date Deposited: | 18 Sep 2026 07:51 |
| Last Modified: | 18 Sep 2026 07:51 |
| URI: | https://pure.iiasa.ac.at/21881 |
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